Trampolinspringen – Geschichte, Arten, Sprünge

Jeder kennt es, das Trampolin. Ein Sportgerät, auf dem der Springer in ein Tuch springt, welches sich durch elastische Federn ausdehnt und die Person in die Höhe katapultiert. Trampolinspringen bzw. Trampolinturnen ist der offizielle Name der Sportart, die seit 2000 auch zum Olympischen Programm zählt.

Beim Trampolinspringen als Wettkampfsport können Höhen von bis zu 9m (true story) erreicht werden. Es geht als wirklich hoch hinaus. So hoch, dass einige Sporthallen vor allem an Schulen nicht für das Trampolin geeignet sind. Natürlich werden von den meisten Sportlern solche Höhen nicht erreicht. Dennoch sollte dieser Punkt immer beim Aufbau eines Trampolins beachtet werden.

Und keine Sorge, die für den Freizeitsport üblichen Gartentrampoline oder Mini-Trampoline sind so konzipiert, dass solche enorme Höhen nicht erreicht werden können. Das ist auch gut so, denn unter Beachtung einiger Sicherheitshinweise sollte das Trampolinspringen vor allem eins bewirken: Jede Menge Spaß! Und ganz beiläufig steigert es auch die eigene Fitness, denn das Springen auf dem Trampolin ist belastungsmäßig sehr intensiv.

Trampolinspringen Akrobatik
Beim Trampolinspringen kann es akrobatisch hoch hinaus gehen (bis zu 9m). Foto: 103tnn / Depositphotos

Geschichte Trampolinspringen

Wer schon einmal einen richtigen Kunstspringer gesehen hat, den wundert es sicherlich nicht, dass das Trampolinspringen seinen Ursprung in der Zirkuswelt hat. George Nissen (1914-2010) gilt als der Erbauer des ersten Trampolins. Er selbst war Hochartist im Zirkus und experimentierte insbesondere mit dem Auffangnetz, auf dem die Kunstturner nach schwierigen Sprüngen landeten, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Daraus entwickelte sich mit der Zeit das erste Nissen-Trampolin (1937).

Weitere wichtige Kerndaten der Entwicklung des Trampolinspringens sind die folgenden:

  • 1951 “Wurfmaschine“ von Albrecht Hurtmanns in Deutschland
  • 1953 Entwicklung eines Traininghilfsgeräts an der für Wasserspringer an der DHfK Leipzig unter Leitung von Dr. Heinz Braecklen
  • 1959 Trampolinspringen als eigenständige Sportart
  • 1964 Gründung des Internationalen Trampolin-Verbandes F.I.T. und erste Weltmeisterschaften
  • 1974 Aufnahme Doppelminitrampolin ins Wettkampfprogramm
  • 2000 Trampolinspringen als Olympische Sportart
  • 2004 Goldmedaille für Anna Dogonadze (Deutschland) bei den Olympischen Spielen in Athen
    Trampolinarten

Trampolinarten

Es gibt nicht das eine Trampolin. Außer du gehst lediglich vom Wettkampfgerät aus, welches natürlich bestimmte Anforderungen erfüllen muss. Abgesehen davon gibt es viele unterschiedliche Geräte, auf denen du Trampolinspringen kannst. Dazu zählen u.a.:

  • Wettkampf-Trampolin / Batude (klassisch): rechteckige Sprungfläche bei doppeltem Längenverhältnis zur Breite im Bereich zwischen 180 x 360 und 215 x 430 cm
  • Gartentrampolin: in unterschiedlichen Größen, i.d.R. rund, mit und ohne Sicherheitsnetz für den Freizeiteinsatz im eigenen Garten
    Trampolinspringen auf einem Gartentrampolin
    Spaß zu zweit auf einem typischen Gartentrampolin. Auf eigene Gefahr, da dies ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt.
  • Mini-Trampoline: Kleine Trampoline, die für akrobatische Sprünge geeignet sind (im Gegensatz zu Fitnesstrampolinen)
    • Mini-Tramp z.B. in Kombination mit dem Sprungtisch beim Gerätturnen
    • Open End Trampolin
    • Doppelmini Trampolin
  • Bungee-Trampolin
    Bungee-Trampolin

    Aufblasbare Trampoline: Trampoline vorwiegend für Kleinkinder, da das Sprungtuch von einem luftmatratzenähnlichem Material getragen wird (geringes Verletzungsrisiko)

  • Therapie- und Fitnesstrampoline: kleine, runde Trampoline mit einem Durchmesser von 90 – 130 cm, die als Trainingsgerät für sportliche Aktivitäten im Therapie- und Fitnessbereich benutzt und nicht für akrobatische Sprünge wie Saltos geeignet sind
  • Bungee-Trampolin: Kombination eines Trampolins mit einer Bungeeseilvorrichtung zum Üben akrobatischer Sprünge bei geringerem Verletzungsrisiko und größerer Springhöhe (außerdem gelenkschonender)

Grundsprünge Trampolin

Beim Trampolinspringen gibt es verschiedene Grundsprünge, die praktisch von jedem erlernt werden können. Für jeden dieser Sprünge gibt es eine technisch saubere Ausführung, die aber für den Freizeitbereich nicht zu ernst genommen werden muss. Kreativität und Spaß sollen in dort im Vordergrund stehen.

Außerdem wird eine technisch korrekte Ausführung z.B. bei Gartentrampolinen teilweise dadurch erschwert, dass entsprechend notwendige Sprunghöhen nicht so leicht erreicht werden können, wie das bei einem Wettkampf-Trampolin der Fall ist – was jetzt aber keine Ausrede per se darstellen soll 😉

Logischerweise gibt es einfache und immer schwierigere Trampolinsprünge. Im Studium haben wir dafür verschiedene Schwierigkeitsbereiche unterteilt:

BereichSprung
1
  • Strecksprung
  • Hocksprung
  • Grätschwinkelsprung
  • Sitzsprung
  • Sprung aus dem Sitz in den Stand
  • 180 Grad Drehung (1/2 Fußsprungschraube)
  • 180 Grad Drehung aus der Sitzposition in den Stand
2
  • 360 Grad Drehung (vollständige Fußsprungschraube)
  • halbe Drehung mit Landung in Sitzposition
  • halbe Drehung aus dem Sitz in den Sitz
  • Bücksprung
3
  • Sprung mit Landung auf dem Rücken
  • Sprung aus der Rückenlage zurück in den Stand
  • Sprung aus der Rückenlage zurück in den Stand mit halber Drehung
4
  • Sprung mit Landung auf dem Bauch
  • Bauchsprung mit halber Drehung
  • Sprung aus der Bauchlage zurück in den Stand
  • Salto rückwärts und vorwärts gehockt
5
  • Rückwärtssalto gehockt mit Landung in Sitzposition
  • gebückter Rückwärtssalto
  • Vorwärtssalto gehockt mit halber Drehung

Ressourcen zum Trampolinspringen

Hier findest du weitere Quellen, bei denen du dich über das Trampolinspringen informieren kannst. Neben den Inhalten aus dem Sportstudium haben diese Bücher zu großen Teilen meine Kenntnisse zum Thema beeinflusst.

 

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